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Nationale Kontaktstelle für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung

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Toolbox zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung

Die Toolbox der Europäischen Kommission - mit Checklisten für Patientinnen und Patienten, Patientenorganisationen und Gesundheitsdienstleister - informiert über die rechtlichen Rahmenbedingungen der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung.

Inhalt
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Behandlung wie eine privat krankenversicherte Person während eines vorübergehenden Aufenthaltes in Deutschland

Während eines vorübergehenden Aufenthaltes in Deutschland kann es dazu kommen, dass der Behandler Ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) nicht akzeptiert. Unter Umständen möchten Sie auch bewusst auf den Einsatz der Europäischen Krankenversicherungskarte verzichten, die Rechnung privat bezahlen und zur Kostenerstattung bei dem Krankenversicherungsträger Ihres Heimatlandes einreichen. Im Folgenden erfahren Sie, wann ein solches Vorgehen sinnvoll ist und welche Voraussetzungen beachtet werden müssen bzw. wie Sie vorgehen sollten, wenn der Behandler Ihre EHIC nicht akzeptiert.

Sie haben Ihre EHIC vergessen und können nicht rechtzeitig die Provisorische Ersatzbescheinigung vorlegen? Sie haben einen Leistungserbringer aufgesucht, der nur auf privater Basis tätig wird? Sie möchten eine Leistung in Deutschland in Anspruch nehmen, die zwar Teil des gesetzlichen Leistungskataloges Ihres Heimatlandes ist, nicht jedoch des deutschen? In solchen Fällen ist der Leistungserbringer berechtigt, seine Leistungen privat abzurechnen. Dies bedeutet, dass Sie die Rechnung zunächst selber bezahlen und bei Ihrer heimischen Krankenkasse zur Kostenerstattung einreichen.

Sie sind schwanger und in Italien krankenversichert. Sie besuchen den Kindesvater von der 10. bis zur 15. Schwangerschaftswoche in Deutschland. Rechtlich haben Sie mit der EHIC Anspruch auf alle Leistungen im Rahmen der Schwangerschaft wie gesetzlich krankenversicherte schwangere Frauen in Deutschland. Sie möchten vorgeburtlich eine Nackentransparenzmessung per Ultraschall durchführen lassen, um etwaige Hinweise auf eine Trisomie 21 zu erhalten. Die Nackentransparenzmessung ist Teil des gesetzlichen Leistungskataloges in Italien. Diese Untersuchung ist aber nur zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche aussagekräftig. Sie können mit der Durchführung der Behandlung folglich nicht warten bis Sie wieder nach Italien zurückgekehrt sind. In Deutschland gehört diese Leistung (noch) nicht zum gesetzlichen Leistungskatalog. Sie können diese deshalb nur privat in Anspruch nehmen. Dies bedeutet, dass Sie die Kosten der Behandlung zunächst vollständig selber tragen. Anschließend können Sie die Rechnung an den italienischen Krankenversicherungsträger mit der Bitte um Kostenerstattung in Höhe der italienischen Sätze schicken.

Worauf sollte ich bei einer Privatbehandlung als gesetzlich krankenversicherte Person in Deutschland achten?

Wenn Sie sich unerwartet in Deutschland auf privater Basis behandeln lassen müssen oder wollen, könnte es sein, dass der Krankenversicherungsträger Ihres Heimatlandes die Kosten nur in Höhe seiner Sätze erstatten kann, wenn nach dessen Rechtsvorschriften für diese Behandlung bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Haben Sie diesbezüglich Zweifel, sollten Sie zunächst bei Ihrem Krankenversicherungsträger oder bei der nationalen Kontaktstelle Ihres Heimatlandes nachfragen, ob für eine Behandlung in Ihrem Wohnstaat bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Beispielsweise benötigen Sie in manchen Fällen vorab eine Genehmigung oder müssen spezielle Anträge stellen (z.B. für stationäre Behandlungen, Rehabilitationsmaßnahmen, Zahnersatz etc.). Dieselben Voraussetzungen müssen dann auch erfüllt sein, wenn die Behandlung in Deutschland privat durchgeführt werden soll. Es muss sich in diesen Fällen jedoch grundsätzlich um einen Vertragsdienstleister (z. B. Vertragsärztin, Vertragsarzt oder einer Vertragszahnärztin oder einem Vertragszahnarzt) handeln.

Sofern Sie im Krankheitsfall Ihre EHIC bei einem Vertragsdienstleister z. B. einer Vertragsärztin oder einem Vertragsarzt vorlegen, der Leistungserbringer diese aber nicht akzeptiert, raten wir Ihnen eine deutsche Krankenkasse aufzusuchen, die Ihnen insoweit Hilfestellung geben kann. Wenn Sie sich wie eine gesetzlich krankenversicherte Person in Deutschland behandeln lassen möchten, sollten Sie keinesfalls einen Behandlungsvertrag unterschreiben und die Behandlungskosten im Voraus bezahlen. Sofern Sie einen Behandlungsvertrag unterschreiben ist der Leistungserbringer berechtigt, die Behandlungskosten basierend auf der jeweils geltenden Gebührenordnung für Privatversicherte unmittelbar von Ihnen zu verlangen. Diese Gebührensätze sind zum Teil wesentlich höher als die für gesetzlich Versicherte festgelegten. Wenn Sie die Rechnung dann bezahlen und zwecks Kostenerstattung bei Ihrem Krankenversicherungsträger in Ihrem Heimatstaat einreichen, bekommen Sie allenfalls die deutschen bzw. die in Ihrem Heimatstaat geltenden Kassensätze erstattet, die in der Regel unter den von Ihnen bezahlten Privatsätzen liegen.

Auf welcher Basis erfolgt die Behandlung in Deutschland?

Im nächsten Schritt müssen Sie mit dem Behandler Ihrer Wahl einen Behandlungsvertrag abschließen, in dem der Leistungsumfang und die Kosten festgehalten sind. Die Kosten einer privaten Behandlung richten sich in Deutschland nach Gebührenordnungen, die sich je nach Berufsgruppe unterscheiden. Für Ärztinnen und Ärzte gelten beispielsweise andere Gebührenordnungen als für Zahnärztinnen und Zahnärzte. Vor einer Behandlung sollten Sie daher immer nach den voraussichtlichen Kosten fragen.

Worauf muss ich am Ende der Behandlung achten?

Bewahren Sie alle von den Behandelnden im Rahmen der Behandlung ausgestellten Rechnungen sorgfältig auf. Sie sind für eine Kostenerstattung unverzichtbar. Achten Sie darauf, dass aus der Rechnung ersichtlich ist, was genau gemacht wurde und zu welchem Preis.

Wie hoch ist die Erstattung meines Krankenversicherungsträgers, wenn ich mich in Deutschland behandeln lasse?

Wenn Sie nicht geplant zum Zwecke der Behandlung nach Deutschland eingereist sind und die Kosten z. B. während eines Urlaubs in Deutschland nur deshalb angefallen sind, weil die Behandlung nicht mit der Europäischen Krankenversicherungskarte erfolgt ist, erstattet Ihnen der Krankenversicherungsträger Ihres Heimatlandes höchstens den Betrag, den er bei der gleichen Behandlung im eigenen Land getragen hätte, es sei denn, dass Sie darauf bestehen, dass Ihnen die deutschen Vertragssätze erstattet werden. In diesem Fall würde Ihr Krankenversicherungsträger die Vertragssätze zunächst in Deutschland erfragen, bevor er eine Erstattung vornimmt. Diese wäre dann auf die deutschen Vertragssätze begrenzt, die grundsätzlich deutlich niedriger sind, als die nach der Gebührenordnung für Privatversicherte von Ihnen gezahlten Beträge.

Weitere Fragen hierzu beantworten Ihr Krankenversicherungsträger oder die nationale Kontaktstelle in Ihrem Heimatland.

Was tun, wenn mein Krankenversicherungsträger eine Behandlung in Deutschland ablehnt?

Erscheint Ihnen nach Einreichung der Rechnung der von Ihrem Krankenversicherungsträger ausgezahlte Erstattungsbetrag als zu niedrig oder sind Sie mit einer Entscheidung des Krankenversicherungsträgers nicht einverstanden, können Sie hiergegen vorgehen. Ihr Mitgliedstaat ist nach der Patientenrichtlinie verpflichtet, ein entsprechendes Verwaltungsverfahren vorzusehen. Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Krankenversicherungsträger oder bei der nationalen Kontaktstelle Ihres Heimatstaats wie dieses Verfahren im Einzelnen ausgestaltet ist.

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Informationen zur Behandlung in Deutschland auf einen Blick

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