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Nationale Kontaktstelle für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung

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Reise- und Aufenthaltskosten

Sie haben sich eine Behandlung im Vorfeld von Ihrem Krankenversicherungsträger im Rahmen der Verordnung (EG) Nr. 883/04 genehmigen lassen (Vordruck E112 oder S2 erhalten) und fragen sich, ob und unter welchen Voraussetzungen Ihr Krankenversicherungsträger auch die Reise- und Aufenthaltskosten übernimmt?

Im Folgenden haben wir für Sie dazu einige Informationen zusammengestellt.

Ob und in welcher Höhe die anfallenden Reise- und Aufenthaltskosten von Ihrem Krankenversicherungsträger übernommen bzw. erstattet werden, hängt maßgeblich davon ab, ob Ihnen Ihre Krankenkasse die Behandlung im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens genehmigt hat oder ob Ihnen die Zustimmung erteilt werden musste. Letzteres ist nur dann der Fall, wenn die betreffende Behandlung Teil des deutschen gesetzlichen Leistungskataloges ist, Ihnen diese jedoch nicht innerhalb eines in Anbetracht Ihres derzeitigen Gesundheitszustandes und des voraussichtlichen Verlaufs Ihrer Krankheit medizinisch vertretbaren Zeitraums ermöglicht werden konnte (vgl. Art. 20 Abs. 2 Satz 2 VO (EG) 883/04).

Für den Fall, dass Ihre Krankenkasse Ihnen die Behandlung im Rahmen ihres Ermessens genehmigt hat, ist die Erstattung der Reise- und Aufenthaltskosten auf den Betrag beschränkt, der bis zum nächstgelegenen Krankenhaus in Deutschland angefallen wäre. Insoweit werden Sie so behandelt, als ob die Behandlung in Deutschland stattgefunden hätte.

Herr Müller beantragt aus privaten Gründen bei seinem Krankenversicherungsträger die Zustimmung für eine stationäre Behandlung in Frankreich. Obwohl die Krankenkasse in diesem Fall nicht dazu verpflichtet ist, Herrn Müller die Zustimmung zu erteilen, genehmigt sie ihm die beantragte Behandlung im Rahmen ihres Ermessens. Um die Behandlung durchführen zu können, ist ein Krankentransport von Deutschland nach Frankreich medizinisch erforderlich. Von seinem Wohnort in Deutschland aus befindet sich das nächstgelegene und geeignete Krankenhaus in 50 km Entfernung. In diesem Fall hat Herr Müller ausschließlich Anspruch auf die Erstattung der Krankentransportkosten bis zum nächstgelegenen Krankenhaus in Deutschland (50 km).

Anders ist der Fall zu beurteilen, wenn keine oder keine rechtzeitige Behandlung in Deutschland möglich ist. In diesen Fällen übernimmt Ihr Krankenversicherungsträger die Transportkosten von Deutschland bis zum jeweiligen Behandlungsort, wenn für die Behandlung ein Vordruck E 112 oder S2 ausgestellt wurde und der Krankentransport medizinisch erforderlich ist.

Herr Müller beantragt wegen einer seltenen Erkrankung die Zustimmung für eine stationäre Behandlung in Frankreich, die nur dort innerhalb eines medizinisch vertretbaren Zeitraums erbracht werden kann. Für die Behandlung ist auch der Krankentransport medizinisch erforderlich. In einem solchen Fall sind die Krankentransportkosten nach Frankreich durch Ihren Krankenversicherungsträger zu übernehmen, da die Behandlung in Frankreich so behandelt wird, als würde die Behandlung in Deutschland erfolgen.

Sofern Sie sich im Rahmen der Patientenrichtlinie 2011/24/EU wie eine privat krankenversicherte Person in einem der Mitgliedsstaaten behandeln lassen, ist eine Erstattung der Reise- und Aufenthaltskosten durch den Krankenversicherungsträger nur in dem Umfang vorgesehen, wie er bei einer Behandlung in Deutschland angefallen und zu erstatten gewesen wäre.

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