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Wer trägt die Kosten für geplante Behandlungen in Deutschland?

Auch wenn Sie im EU-Ausland krankenversichert sind können Sie sich geplant in Deutschland medizinisch behandeln lassen. Ob sich Ihr Krankenversicherungsträger an den in Deutschland entstehenden Behandlungskosten beteiligt, hängt jedoch von bestimmten Voraussetzungen ab.

In Deutschland gibt es keine Wartelisten. Deshalb können Sie sich jederzeit in Deutschland behandeln lassen. Sie müssen lediglich einen Behandler finden, der die von Ihnen gewünschte Behandlung anbietet. Ihr Krankenversicherungsträger muss sich dagegen nur an den Kosten beteiligen, solange er hierzu rechtlich verpflichtet ist. Wann dies der Fall ist, erfahren Sie in den folgenden Ausführungen.

Zwei Wege zum Ziel

Wenn Sie planen sich in Deutschland behandeln zu lassen, stehen Ihnen grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • a) Sie lassen sich die Behandlung im Vorfeld von Ihrem Krankenversicherungsträger genehmigen. Dieser stellt Ihnen für die geplante Behandlung einen Vordruck E 112 oder S2 aus. Damit weisen Sie nach, dass Sie wie eine in Deutschland gesetzlich krankenversicherte Person behandelt werden möchten und dass Ihr Krankenversicherungsträger die Kosten übernimmt (siehe Vor- und Nachteile in der untenstehenden Linkbox).
  • b) Sie wollen oder möchten eine Leistung, die Ihr Krankenversicherungsträger auch im eigenen Land übernehmen würde, unter den gleichen Voraussetzungen in Deutschland in Anspruch nehmen. Die anfallenden Kosten tragen Sie zunächst selbst und werden wie eine in Deutschland privat krankenversicherte Person behandelt. Im Nachhinein beantragen Sie bei Ihrem Krankenversicherungsträger eine Erstattung (siehe Vor- und Nachteile in der untenstehenden Linkbox).

Beide Möglichkeiten unterscheiden sich in den

  • Rechtsgrundlagen
  • Voraussetzungen für Ihren Anspruch auf die Behandlung
  • Zahlungsmodalitäten des Gesundheitsdienstleisters
  • Erstattungsmöglichkeiten
  • Eigenbeteiligungen und in einigen anderen Punkten.

Im ersten Fall, unter a), ergeben sich Ihre Ansprüche auf Behandlung unmittelbar aus den Europäischen Verordnungen zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (Verordnung (EG) 883/2004 und 987/2009). Im zweiten Fall, unter b), ergeben sie sich aus den jeweiligen Umsetzungsvorschriften der Richtlinie 2011/24/EU der einzelnen EU-Staaten.

Wir geben Ihnen für beide Wege einen Überblick und weisen auf die Unterschiede sowie Vor- und Nachteile hin. Vor einer Entscheidung für einen der beiden Wege sollten Sie sich dennoch immer persönlich von Ihrem Krankenversicherungsträger beraten lassen.

Dokumente und Links

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