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Nationale Kontaktstelle für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung

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Behandlung wie eine privat krankenversicherte Person in Deutschland

Sie wollen eine Leistung, die Ihr Krankenversicherungsträger auch in Ihrem Heimatland übernehmen würde, unter den gleichen Voraussetzungen in Deutschland in Anspruch nehmen? In diesem Fall werden Sie wie eine privat krankenversicherte Person behandelt. Die anfallenden Kosten tragen Sie zunächst selbst und beantragen im Nachhinein eine Erstattung.

Worauf muss ich im Vorfeld einer Behandlung in Deutschland achten?

Wenn Sie sich privat in Deutschland behandeln lassen wollen, sollten Sie zunächst bei Ihrem Krankenversicherungsträger oder bei der nationalen Kontaktstelle Ihres Heimatlandes nachfragen, ob für eine Behandlung nach den Rechtsvorschriften Ihres Heimatstaates bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Beispielsweise benötigen Sie in manchen Fällen vorab eine Genehmigung (Vorabgenehmigungssystem) oder müssen spezielle Anträge stellen (z.B. für stationäre Behandlungen, Rehabilitations-Maßnahmen, Zahnersatz etc.). Dieselben Voraussetzungen müssen auch dann erfüllt sein, wenn die Behandlung in Deutschland durchgeführt werden soll.

Sie sind in Österreich bei der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) gesetzlich krankenversichert und wollen eine Genehmigung für das Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks in Deutschland erhalten. Nach österreichischem Recht werden die Kosten nur bei bestimmten Indikationen und mit vorheriger Genehmigung durch die gesetzliche Krankenkasse übernommen. Eine dieser Indikationen sowie eine vorherige Genehmigung benötigen Sie zumindest auch, um die Operation in Deutschland durchführen zu lassen.

Sind die Voraussetzungen nach dem Recht Ihres Wohnstaates nicht erfüllt und lassen Sie sich dennoch in Deutschland medizinisch behandeln, ist Ihr Krankenversicherungsträger nicht dazu verpflichtet, Ihnen die Kosten ganz oder teilweise zu erstatten.

Der Krankenversicherungsträger kann eine vorherige Genehmigung im Rahmen der Europäischen Richtlinie zur Patientenmobilität ablehnen, wenn die Behandlung in einem medizinisch vertretbarem Zeitraum im Wohnstaat stattfinden kann. Was ein medizinisch vertretbarer Zeitraum ist, muss im Einzelfall geklärt werden. Ansonsten steht die Entscheidung, ob eine Genehmigung erteilt wird, im sogenannten Ermessen Ihrer Krankenkasse. Dies bedeutet, dass sie eine Genehmigung erteilen kann, jedoch nicht muss.

In Zweifelsfällen empfehlen wir Ihnen sich im Vorfeld der Behandlung mit Ihrem Krankenversicherungsträger und ggf. mit der nationalen Kontaktstelle Ihres Landes in Verbindung zu setzen. Die Kontaktdaten der jeweiligen nationalen Kontaktstelle finden Sie unter dem entsprechenden Link in der untenstehenden Dokumenten- und Linkbox.

Wie finde ich einen passenden Behandler in Deutschland?

Sind die Voraussetzungen für eine Behandlung in Deutschland erfüllt, können Sie einen Gesundheitsdienstleister in Deutschland auswählen, bei dem die Behandlung stattfinden soll. Dieser muss

  • zur Versorgung der gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland berechtigt sein oder

unter anderem einer der folgenden Berufsgruppen angehören:

  • Ärztinnen und Ärzten,
  • Krankenschwestern und Krankenpflegern,
  • Hebammen und Entbindungshelfern,
  • Zahnärztinnen und Zahnärzten,
  • Apothekerinnen und Apotheker,
  • Zahntechnikerinnen und Zahntechniker,
  • Optikerinnen und Optiker,
  • Fußpflegerinnen und Fußpfleger,
  • Krankengymnastinnen und Krankengymnasten,
  • Physiotherapeutin und Physiotherapeuten.

Trifft beides nicht zu, ist Ihr Krankenversicherungsträger nicht verpflichtet, Ihnen die Kosten für eine Behandlung zu erstatten

Auf welcher Basis erfolgt die Behandlung in Deutschland?

Im nächsten Schritt müssen Sie mit dem Behandler Ihrer Wahl einen Behandlungsvertrag abschließen, in dem der Leistungsumfang und die Kosten festgehalten sind. Die Kosten einer privaten Behandlung richten sich in Deutschland nach Gebührenordnungen, die sich je nach Berufsgruppe unterscheiden. Für Ärztinnen und Ärzte gelten beispielsweise andere Gebührenordnungen als für Zahnärztinnen und Zahnärzte. Vor einer Behandlung sollten Sie daher immer nach den voraussichtlichen Kosten fragen.

Worauf muss ich am Ende der Behandlung achten?

Bewahren Sie alle von den Behandelnden im Rahmen der Behandlung ausgestellten Rechnungen sorgfältig auf. Sie sind für eine Kostenerstattung unverzichtbar. Achten Sie darauf, dass aus der Rechnung ersichtlich ist, was genau gemacht wurde und zu welchem Preis.

Wie hoch ist die Erstattung meiner Krankenkasse, wenn ich mich in Deutschland behandeln lasse?

Wenn Sie sich für eine Behandlung im Rahmen der Europäischen Richtlinie zur Patientenmobilität in Deutschland entscheiden, haben Sie unter den oben genannten Voraussetzungen Anspruch auf Erstattung der Kosten durch Ihren Krankenversicherungsträger im Wohnstaat. Allerdings wird Ihnen maximal der Betrag erstattet, den Ihr Krankenversicherungsträger bei der gleichen Behandlung in Ihrem Wohnstaat getragen hätte. Die Erstattung darf den Betrag der Ihnen tatsächlich entstandenen Kosten nicht überschreiten.

Fragen zur Erstattung von Übernachtungs-, Reise- und zusätzlichen Kosten im Rahmen der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung beantworten Ihr Krankenversicherungsträger oder die nationale Kontaktstelle Ihres Wohnstaates.

Was tun, wenn die Krankenkasse eine Behandlung in Deutschland ablehnt?

Sollte Ihr Krankenversicherungsträger die Genehmigung für eine geplante Behandlung in Deutschland ablehnen oder erscheint Ihnen nach Einreichung der Rechnung der von Ihrem Krankenversicherungsträger ausgezahlte Erstattungsbetrag als zu niedrig, können Sie hiergegen vorgehen. Ihr Mitgliedstaat ist nach der Patientenrichtlinie verpflichtet, ein entsprechendes Verwaltungsverfahren vorzusehen. Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Krankenversicherungsträger oder bei der nationalen Kontaktstelle Ihres Heimatstaats wie dieses Verfahren im Einzelnen ausgestaltet ist.

Welche Vor- und Nachteile hat eine Behandlung wie eine privat krankenversicherte Person in Deutschland?

Eine Behandlung im Rahmen der Europäischen Richtlinie zur Patientenmobilität bietet im Allgemeinen eine größere Gestaltungsfreiheit in Bezug auf den Leistungsumfang. Sie kann allerdings mit höheren Kosten verbunden sein als eine Behandlung zu den Konditionen für gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland. Außerdem müssen Sie in jedem Fall für die anfallenden Kosten zunächst in Vorleistung treten. Lassen Sie sich daher vor der Behandlung in Deutschland umfassend von dem Krankenversicherungsträger Ihres Heimatlandes beraten.

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