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Kostenübernahme bei geplanter Behandlung wie eine gesetzlich krankenversicherte Person in Deutschland (Vordruck E 112 oder S2)

Welche Leistungen kann ich in Deutschland erhalten? Was muss ich mit meinem Krankenversicherungsträger vor der Behandlung in Deutschland klären? Wie gehe ich vor Ort in Deutschland vor? Muss ich möglicherweise alle oder nur einen Teil der Behandlungskosten selber tragen? Im Folgenden geben wir Ihnen hierauf eine Antwort.

Sie lassen sich die Behandlung im Vorfeld in Ihrem Heimatland von Ihrem Krankenversicherungsträger genehmigen. Ihr Krankenversicherungsträger stellt Ihnen dafür einen Vordruck E 112 oder S2 aus. Damit weisen Sie in Deutschland nach, dass Sie wie eine in Deutschland gesetzlich krankenversicherte Person behandelt werden möchten und dass Ihr Krankenversicherungsträger die Kosten übernimmt.

Leistungsumfang

Welche Leistungen Sie im Rahmen der EG-Verordnungen in Anspruch nehmen können, richtet sich nach dem gesetzlichen Leistungsspektrum des Behandlungsstaates. Wenn Sie sich in Deutschland behandeln lassen, können Sie deshalb nur Leistungen in Anspruch nehmen, die auch in Deutschland gesetzlich krankenversicherten Personen bei Erfüllen der gleichen Voraussetzungen zustehen würden. Sieht zwar das Recht Ihres Heimatlandes die von Ihnen gewünschte Leistung vor, z. B. eine bestimmte Behandlungsform, nicht aber das deutsche Recht, können Sie sich auch nicht in Deutschland entsprechend behandeln lassen. Welche Leistungen Deutschland für gesetzlich Krankenversicherte anbietet, erfahren Sie am schnellsten von den gesetzlichen Krankenkassen oder den Leistungserbringern. Sie können sich auch gerne mit Ihren Fragen an uns wenden.

Ein Vorgehen im Rahmen der EG-Verordnungen kann folglich im Einzelfall entweder eine Einschränkung bedeuten oder Ihnen ein breiteres Behandlungsspektrum ermöglichen. Kennt z. B. das deutsche Recht eine Leistung für gesetzlich Krankenversicherte, die das Recht Ihres Heimatlandes nicht kennt, kann Ihnen Ihr Krankenversicherungsträger dennoch die Behandlung in Deutschland genehmigen. Eine Verpflichtung hierzu besteht allerdings nicht (siehe "Genehmigung").

Genehmigung

Um im Rahmen der EG-Verordnungen Leistungen in Anspruch nehmen zu können, die gesetzlich krankenversicherten Personen in Deutschland zur Verfügung stehen, benötigen Sie immer eine Genehmigung Ihres Krankenversicherungsträgers. Die Genehmigung müssen Sie vor Behandlungsbeginn bei einer der zahlreichen deutschen Krankenkassen vorlegen. Sie können sich also eine deutsche Krankenkasse aussuchen. Das gilt auch für Behandlungen, die Ihr Krankenversicherungsträger Ihnen bei Durchführung der Behandlung im eigenen Land nicht genehmigen müsste.

Ob Ihnen Ihr Krankenversicherungsträger eine bestimmte Behandlung in einem Mitgliedstaat genehmigt, liegt in der Regel in dessen Ermessen. Er muss keine Genehmigung erteilen, wenn

  • eine geeignete Behandlung im eigenen Land möglich ist oder
  • die von Ihnen gewünschte Leistung nicht zu seinem gesetzlichen Leistungsumfang gehört.

Dennoch kann Ihr Krankenversicherungsträger auch in diesen Fällen eine Genehmigung erteilen.

In bestimmten Fällen besteht eine Pflicht zum Erteilen der Genehmigung. Dies ist der Fall, wenn die von Ihnen gewünschte Behandlung nach den Rechtsvorschriften Ihres Heimatlandes für Ihre Erkrankung vorgesehen ist und in Ihrem Heimatland nicht in einem medizinisch vertretbaren Zeitraum erbracht werden kann. Ausschlaggebend für die Beurteilung des vertretbaren Zeitraums sind Ihr Gesundheitszustand sowie der voraussichtliche Verlauf Ihrer Krankheit.

Ausstellen eines Vordrucks E 112 oder S2

Genehmigt Ihr Krankenversicherungsträger im Vorfeld die Behandlung in Deutschland, stellt er Ihnen als Nachweis der Genehmigung einen Vordruck mit der Bezeichnung E 112 oder S2 aus. Ihr Krankenversicherungsträger kann diese Genehmigung entweder für die beantragte Behandlung oder auch für einen bestimmten Gesundheitsdienstleister sowie für einen bestimmten Ort und eine festgelegte Dauer ausstellen.

Sie wollen eine Computertomographie in Deutschland machen lassen. Würden Sie zu einer Ärztin oder einem Arzt in Ihrem Heimatland gehen, müssten Sie sich diese Untersuchung nicht von Ihrem Krankenversicherungsträger genehmigen lassen. Sie haben sich aber für einen Leistungserbringer in Deutschland entschieden, dessen Praxis für Sie besser erreichbar ist als diejenige eines Leistungserbringers Ihres Heimatlandes. Die Ärztin oder der Arzt Ihrer Wahl ist in Deutschland eine zugelassene Vertragsärztin oder ein zugelassener Vertragsarzt.

Sie können bei Ihrem Krankenversicherungsträger beantragen, wie eine in Deutschland gesetzlich krankenversicherte Person behandelt zu werden. Genehmigt Ihnen Ihr Krankenversicherungsträger die Behandlung, stellt er Ihnen den Vordruck E 112 oder S2 aus. Er kann die Genehmigung auf diese Behandlung, auf diesen Behandler und auf ein bestimmtes Zeitfenster begrenzen, muss eine Einschränkung in dieser Weise aber nicht vornehmen.

Möglicherweise stellt der von Ihnen gewählte Gesundheitsdienstleister (z. B. die Ärztin, der Arzt) fest, dass die genehmigte Behandlung nicht ausreicht. Hatte Ihr Krankenversicherungsträger die Genehmigung im ersten Vordruck auf eine bestimmte Behandlung beschränkt, müssen Sie nun eine erneute Genehmigung beantragen, also einen weiteren Vordruck E 112 bzw. S2.

Wahl einer deutschen Krankenkasse

Wenn Sie im Rahmen der EG-Verordnungen eine Genehmigung erhalten haben, eine medizinische Leistung in Deutschland in Anspruch zu nehmen, wenden Sie sich mit dieser Genehmigung an eine der zahlreichen deutschen Krankenkassen. Einen Überblick über die Krankenkassen in Deutschland finden Sie in der unten abgebildeten Linkbox.

Kosten und Eigenbeteiligungen

Wenn Sie sich für eine Behandlung im Rahmen der EG-Verordnung entschieden haben, empfehlen wir Ihnen, bereits vor der Behandlung mit der von Ihnen gewählten deutschen Krankenkasse zu klären, welche Kosten nach deren Rechtsvorschriften übernommen bzw. erstattet werden. Sofern Sie selbst Kosten tragen mussten, können Sie nach der Behandlung die anteilige bzw. komplette Erstattung beantragen. Den Antrag können Sie entweder

  • direkt bei einer von Ihnen gewählten deutschen Krankenkasse in Deutschland oder
  • bei Ihrem ausländischen Krankenversicherungsträger stellen.

Auch nach deutschen Rechtsvorschriften werden in bestimmten Fällen (zum Beispiel für Krankentransporte, Krankenhausbehandlungen oder Einlösen von Verschreibungen) Zuzahlungen und Eigenbeteiligungen vorgesehen. Da Sie mittels Vordruck E112 oder S2 genauso behandelt werden wie in Deutschland gesetzlich krankenversicherte Personen, müssen Sie diese zunächst selbst tragen. Die Zuzahlungen überschreiten den Betrag von 10,00 Euro pro Leistung nicht. Weitere Informationen finden Sie in der unten abgebildeten Linkbox.

Nach der Behandlung können Sie versuchen bei Ihrem Krankenversicherungsträger im Heimatland einen Erstattungsantrag für die Ihnen verbliebenen Eigenanteile zu stellen.

Sie haben für eine stationäre Behandlung in Deutschland eine Genehmigung Ihres Krankenversicherungsträgers erhalten (Vordruck E 112 oder S2). Die Genehmigung haben Sie einer deutschen Krankenkasse vorgelegt, die Ihnen daraufhin einen Abrechnungsschein für das Krankenhaus in Deutschland zur Verfügung gestellt hat. Mit diesem kann das Krankenhaus seine Kosten gegenüber der von Ihnen gewählten deutschen Krankenkasse abrechnen.

In Deutschland fallen in der Regel für längstens 28 Tage pro Tag im Krankenhaus 10,00 Euro an Eigenanteilen an.

Reichen Sie die Ihnen verbliebenen Eigenanteile bei Ihrem Krankenversicherungsträger ein. Dieser prüft, ob er Ihnen diese ganz oder teilweise erstatten kann. Eine Erstattung ist möglich, wenn Ihr Krankenversicherungsträger für diese Leistung in Ihrem Heimatland einen höheren Betrag gezahlt hätte.

Ob Übernachtungs- und Reisekosten oder zusätzliche Kosten im Rahmen der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung erstattet werden, ist von vielen Faktoren abhängig und kann daher nicht allgemein beantwortet werden. Klären Sie etwaige Fragen bitte direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger.

Vor- und Nachteile einer Behandlung wie gesetzlich Krankenversicherte (Vordruck E 112 oder S2)

Das oben beschriebene Genehmigungsverfahren bietet Ihnen die Sicherheit, dass die Kosten der Behandlung weitestgehend übernommen werden.

Allerdings müssen Sie vor einer Behandlung in Deutschland immer die Genehmigung Ihrer Krankenkasse einholen. Zudem dürfen Sie sich in Deutschland nur von Gesundheitsdienstleistern behandeln lassen, die in einem Vertragsverhältnis zu den deutschen gesetzlichen Krankenversicherungen stehen.

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