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Qualitätsmanagement

Was ist Qualitätsmanagement und wie wird es in der Praxis umgesetzt? Wir geben Ihnen eine kurze Erläuterung mit Hinweisen auf weiterführende Informationen.

Alle Krankenhäuser, Rehabilitationskliniken, niedergelassene Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte sind verpflichtet, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln. Es dient der Organisationsentwicklung und soll durch Überprüfen und Hinterfragen das Qualitätsniveau halten und weiter ausbauen. Der Gemeinsame Bundesausschuss(G-BA) legt die Anforderungen in seinen Richtlinien fest.

Die Krankenhäuser informieren in ihrem strukturierten Qualitätsbericht über den Umsetzungsstand. Die zuständigen Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen fordern in einem bestimmten Umfang zufällig ausgewählte Praxen auf, über den Umsetzungsstand zu berichten.

Methoden und Instrumente des Qualitätsmanagements sind insbesondere

- das Messen und Bewerten von Qualitätszielen,

- die Erhebung des Ist-Zustandes und die Selbstbewertung,

- die Regelung von Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten,

- Prozess- bzw. Ablaufbeschreibungen,

- Schnittstellenmanagement,

- Checklisten,

- Teambesprechungen,

- Fortbildungs- und Schulungsmaßnahmen,

- Patientenbefragungen,

- Mitarbeiterbefragungen,

- Beschwerdemanagement,

- Patienteninformation- und Aufklärung,

- Risikomanagement,

- Fehlermanagement,

- Fehlermeldesysteme,

- Notfallmanagement,

- Hygienemanagement,

- Arzneimitteltherapiesicherheit,

- Schmerzmanagement,

- Maßnahmen zur Vermeidung von Stürzen und Sturzfolgen.

Im Folgenden möchten wir einige dieser Methoden und Instrumente weiter erläutern. Darüber hinausgehende Informationen finden Sie in der Qualitätsmanagement-Richtlinie des G-BA.

Fortbildungsverpflichtung

Die Fortbildungsverpflichtung ist Teil des Qualitätsmanagements. In Deutschland müssen allerdings alle Behandler bereits aufgrund ihrer Berufsordnungen an Maßnahmen zur Qualitätssicherung teilnehmen. Zusätzlich ist die Fortbildungspflicht im Sozialgesetzbuch V vorgeschrieben. Niedergelassene Vertragsärztinnen und Vertragsärzten sowie niedergelassene Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte müssen gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung beziehungsweise Kassenzahnärztlichen Vereinigung in regelmäßigen Abständen nachweisen, dass sie dieser Verpflichtung nachgekommen sind. Ansonsten kann es zunächst zu Honorarkürzungen und am Ende sogar zur Entziehung der Zulassung kommen.

Im Krankenhaus hat die ärztliche Leitung das Einhalten der Fortbildungsverpflichtung ihrer Fachärztinnen und Fachärzte, Psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeutinnen und –Psychotherapeuten zu überwachen. Die Erfüllung der Fortbildungspflicht wird jedes Jahr im Rahmen der Veröffentlichung der strukturierten Qualitätsberichte dokumentiert.

Fehlermanagement und Einrichtungsübergreifende Fehlermeldesysteme

Ein Fehlermanagement und die Teilnahme an einrichtungsübergreifenden Fehlermeldesystemen ist Teil des Qualitätsmanagements. Grundsätzlich ist von Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken, niedergelassenen Vertragsärztinnen und -ärzten, Vertragszahnärztinnen und -zahnärzten ein Fehlermanagement einzuführen. Dieses soll im Umgang mit Fehlern schulen und zur Einleitung von Verbesserungsmaßnahmen führen.

Die Beteiligung von Krankenhäusern an einrichtungsübergreifenden Fehlermeldesystemen soll durch Vergütungszuschläge gefördert werden. Der G-BA hat die an die Fehlermeldesysteme gestellten Anforderungen bereits beschlossen. Mit Hilfe der Fehlermeldesysteme werden kritische Ereignisse und Fehler gemeldet, gesammelt, ausgewertet und die Informationen zur Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten verwendet. Hierdurch soll das Wiederholen der kritischen Ereignisse oder der Behandlungsfehler vermieden werden.

Die Teilnahme der niedergelassenen Vertragsärztinnen und -ärzte, Vertragszahnärztinnen und -zahnärzte an einrichtungsübergreifenden Fehlermeldesystemen steht diesen frei und wird von deren Interessensvertretern ausdrücklich begrüßt.

Beschwerdemanagement

Alle Krankenhäuser, stationäre Rehabilitationskliniken, niedergelassene Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, niedergelassene Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte sollen über ein Beschwerdemanagement verfügen. Patientinnen und Patienten müssen über ihre Beschwerdemöglichkeiten vor Ort informiert werden. Die Rückmeldungen werden ausgewertet und bei Verbesserungsmaßnahmen berücksichtigt.

Checklisten

Der Einsatz von Checklisten dient der Patientensicherheit. Er schützt vor Verwechslungen und fördert den reibungslosen Organisations- und Behandlungsablauf.

Im Krankenhausbereich sollen auf die Einrichtung zugeschnittene Checklisten erarbeitet und eingesetzt werden, um unerwünschte Ereignisse und Risiken, wie zum Beispiel Patienten-, Seiten- und Eingriffsverwechslungen sowie schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

Im Rahmen des WHO-Projekts „Action on Patient Safety: High 5s“ wurden unter Federführung des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin von 16 Krankenhäusern aus Deutschland Handlungsempfehlungen zur „Prävention von Eingriffsverwechslungen“ und „Sicherstellung der richtigen Medikation bei Übergängen im Behandlungsprozess“ unter Verwendung von Checklisten erarbeitet. Sie stehen den Krankenhäusern als Implementierungshilfe zur Verfügung.

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