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Nationale Kontaktstelle für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung

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Wie löse ich meine Verschreibungen ein?

Wenn Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt/Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt im Behandlungsstaat ein Rezept bzw. eine Verschreibung ausgestellt hat, können Sie dieses/diese direkt im Behandlungsstaat oder nach Ihrer Rückkehr in Deutschland einlösen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten sollten.

Wenn Ihnen die Ärztin oder der Arzt/die Zahnärztin oder der Zahnarzt im Rahmen der Behandlung Arzneimittel oder Medizinprodukte (z. B. ein Medikament oder Hilfsmittel wie eine Bandage) verordnet, können Sie die Verschreibung im Behandlungsstaat, in Deutschland, in einem anderen Mitgliedstaat, in der Schweiz oder in einem der EWR-Staaten Island, Liechtenstein oder Norwegen einlösen.

Privat Krankenversicherte wenden sich direkt an ihre Versicherung

Sind Sie in Deutschland privat krankenversichert und wollen eine Verschreibung grenzüberschreitend einlösen, wenden Sie sich bitte mit Fragen direkt an Ihr deutsches Krankenversicherungsunternehmen.

Gesetzlich Versicherte: Einlösen der Verschreibungen im Behandlungsstaat

Wir empfehlen Ihnen, Ihre Verschreibungen, die Sie bei einer Behandlung im EU-Ausland erhalten haben, direkt im Behandlungsstaat einzulösen.

Wenn Sie unsicher sind, wo Sie Ihre Verschreibung einlösen können, fragen Sie die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt/die behandelnde Zahnärztin oder den behandelnden Zahnarzt beziehungsweise den Apotheker. Informationen können Sie auch bei der jeweiligen nationalen Kontaktstelle im Behandlungsstaat erhalten.

Wenn Sie sich wie ein gesetzlich Krankenversicherter in einem anderen Mitgliedstaat, einem EWR-Staat oder der Schweiz über einen Vordruck E 112 oder S2 haben behandeln lassen (weitere Informationen hierzu finden Sie in der Rubrik "Wer trägt die Kosten?"), werden die verschriebenen Arzneimittel bzw. Medizinprodukte nach den Rechtsvorschriften des Behandlungsstaats übernommen bzw. erstattet. Größere Hilfsmittel, z. B. Rollstühle, werden allerdings nur dann zur Verfügung gestellt, wenn diese auch auf dem Vordruck E 112 oder S2 vermerkt sind. Andernfalls benötigen Sie hierfür einen weiteren Vordruck E 112 bzw. S2, wenn Sie das Hilfsmittel noch im Behandlungsstaat erhalten wollen.

Falls im Behandlungsstaat ein Eigenanteil für Arzneimittel bzw. Medizinprodukte verlangt wird, müssen Sie dafür selbst aufkommen. Es kann aber sein, dass Ihre deutsche Krankenkasse Ihnen diese Kosten zumindest zum Teil erstattet. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Rubrik „Wer trägt die Kosten?“.

Wie hoch der Eigenanteil ist, variiert von Staat zu Staat. Nähere Auskünfte über die Höhe der im Behandlungsstaat zu zahlenden Eigenanteile erhalten Sie bei der gesetzlichen Krankenversicherung des Behandlungsstaats.

Wenn Sie in einem der oben genannten Staaten private Leistungen (ohne einen Vordruck E 112 bzw. S2) in Anspruch genommen haben, müssen Sie die Arzneimittel bzw. Medizinprodukte selber bezahlen. Ihre Krankenkasse erstattet Ihnen die Kosten bis zu der Höhe, die sie bei Einlösung der Verschreibung in Deutschland getragen hätte. Dabei berücksichtigt sie auch die von Ihnen nach deutschem Recht zu zahlenden Eigenanteile und kann außerdem einen Abzug für Verwaltungskosten und fehlende Wirtschaftlichkeitsprüfungen vornehmen.

Hinweis zum Einlösen von Verschreibungen in anderen Mitgliedstaaten, z.B. in Deutschland

Es ist grundsätzlich möglich, eine im Behandlungsstaat ausgestellte Verschreibung in einem Staat, der nicht Behandlungsstaat ist (also auch in Deutschland), einzulösen. Da sich die verschriebenen Produkte, ihre Zusammensetzungen oder Darreichungsformen von Staat zu Staat unterscheiden können, raten wir hiervon derzeit jedoch grundsätzlich ab.

Wenn Sie dennoch eine Verschreibung grenzüberschreitend einlösen möchten oder müssen, informieren Sie bitte die Ärztin oder den Arzt/die Zahnärztin oder den Zahnarzt im Behandlungsstaat darüber. In diesem Fall muss die Verschreibung bestimmte inhaltliche Anforderungen erfüllen.

  • Name(n) der Patientin oder des Patienten
  • Vorname(n) (ausgeschrieben, also nicht nur Anfangsbuchstabe)
  • Geburtsdatum
  • Ausstellungsdatum
  • Name(n) der verschreibenden Ärztion oder des verschreibenden Arztes/der verschreibenden Zahnärztin oder des verschreibenden Zahnarztes
  • Vorname(n) (ausgeschrieben)
  • Berufliche Qualifikation
  • Angaben zur unmittelbaren Kontaktaufnahme (E-Mail und Telefon- oder Fax-Nummer, jeweils mit internationaler Vorwahl)
  • Dienstanschrift (einschließlich Name des betreffenden Mitgliedstaates)
  • Unterschrift (handschriftlich oder digital, je nach Medium der Verschreibung)

Bezeichnung des verschriebenen Arzneimittels, sofern erforderlich

  • Die nach europäischen Richtlinien (RL 2001/83/EG) „Gebräuchliche Bezeichnung“ des Arzneimittels (internationaler Freiname). Der Markenname wird nur in Ausnahmefällen genannt.
  • Darreichungsform (Tablette, Lösung usw.)
  • Menge
  • Stärke
  • Dosierung
  • Name der Patiention oder des Patienten
  • Vorname(n) (ausgeschrieben)
  • Geburtsdatum
  • Ausstellungsdatum
  • Name der verschreibenden Ärztin oder des verschreibenden Arztes/der verschreibenden Zahnärztin oder des Zahnarztes
  • Vorname(n) (ausgeschrieben)
  • Berufliche Qualifikation
  • Angaben zur unmittelbaren Kontaktaufnahme (E-Mail und Telefon- oder Fax-Nummer, jeweils mit internationaler Vorwahl)
  • Dienstanschrift (einschließlich Name des betreffenden Mitgliedstaates)
  • Unterschrift (handschriftlich oder digital, je nach Medium der Verschreibung)

Bezeichnung des verschriebenen Medizinprodukts, sofern erforderlich

  • „Gebräuchliche Bezeichnung“ des Medizinprodukts

Wenn Sie die Verschreibung in Deutschland einlösen, erstattet Ihr Krankenversicherungsträger in Deutschland die Kosten, als ob die Verschreibung von einem Gesundheitsdienstleister (z.B. Ärztin oder Arzt) in Deutschland ausgestellt worden wäre. Zu Ihren Lasten bleibt nur der nach deutschem Recht zu zahlende Eigenanteil.

Schwierigkeiten beim Einlösen von Verschreibungen in Deutschland

Das Verfahren der grenzüberschreitenden Einlösung von Verschreibungen aus anderen Mitgliedstaaten ist noch recht neu. Deshalb empfehlen wir Ihnen, Verschreibungen in dem Behandlungsstaat einzulösen.

Folgende praktische Probleme könnten beim Einlösen in Deutschland auftreten:

  • Das verordnete Arzneimittel oder Medizinprodukt steht in Deutschland nicht (in dieser Form) zur Verfügung oder ist unter dem in der Verschreibung angegebenen Namen unbekannt.
  • Die Apothekerin oder der Apotheker bzw. andere Gesundheitsdienstleister in Deutschland versteht/verstehen die Verschreibung falsch bzw. gar nicht.
  • Die Ärztin oder der Arzt/die Zahnärztin oder der Zahnarzt im Behandlungsstaat hat Ihnen eine Verschreibung über ein Hilfsmittel ausgestellt, das Sie z.B. in einem Sanitätshaus in Deutschland einlösen wollen. Das verschriebene Hilfsmittel ist jedoch nicht im sogenannten deutschen Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt. Die Kosten können damit nicht von Ihrer gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland erstattet werden.

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