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Nationale Kontaktstelle für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung

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Wer trägt die Kosten bei ungeplanten Behandlungen im EU-Ausland?

Sie halten sich vorübergehend im EU-Ausland auf und müssen wegen gesundheitlicher Beschwerden eine medizinische Behandlung in Anspruch nehmen. Ob und in welchem Umfang Ihre Krankenkasse die Kosten für eine Behandlung übernimmt, hängt jedoch von bestimmten Voraussetzungen ab.

Wenn Sie nicht gesetzlich krankenversichert sind, ergeben sich Ihre Ansprüche aus Ihrem privaten Krankenversicherungsvertrag. Wenden Sie sich direkt an Ihren privaten Krankenversicherungsträger um zu klären, welcher Leistungsumfang bei einer Behandlung in einem anderen Mitgliedstaat oder einem der oben genannten Staaten von Ihrem Versicherungsvertrag abgedeckt ist.

Die folgenden Ausführungen befassen sich mit den Fällen, in denen Sie in Deutschland gesetzlich krankenversichert sind und unerwartet während eines vorübergehenden Aufenthaltes im EU-Ausland medizinisch behandelt werden müssen. Sie gelten auch für chronisch kranke Personen und Schwangere. Für diesen Personenkreis finden Sie weiterführende Informationen unter der entsprechenden Überschrift.

Die verschiedenen Kostenerstattungsverfahren

Wenn Sie während eines vorübergehenden Aufenthaltes im EU-Ausland medizinische Hilfe benötigen, stehen verschiedene Kostenerstattungsverfahren zur Verfügung:

  • a) Sie legen bei einem Leistungserbringer im EU-Ausland, der berechtigt ist im dortigen Gesundheitssystem versicherte Personen zu behandeln, die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) (-> Glossar) vor. Damit weisen Sie im Behandlungsstaat nach, dass Sie wie eine dort gesetzlich krankenversicherte Person behandelt werden wollen, und dass Ihre Krankenkasse die Kosten übernimmt (siehe Vor- und Nachteile in der untenstehenden Linkbox).
  • b) Sie wollen oder müssen eine Leistung, die Ihre Krankenkasse auch in Deutschland übernehmen würde, unter den gleichen Voraussetzungen in einem anderen Mitgliedstaat oder einem der oben genannten Staaten in Anspruch nehmen. Die anfallenden Kosten tragen Sie zunächst selbst und werden wie eine privat krankenversicherte Person behandelt. Im Nachhinein beantragen Sie eine Erstattung (siehe Vor- und Nachteile in der untenstehenden Linkbox).

Beide Möglichkeiten unterscheiden sich in den

  • Rechtsgrundlagen
  • Voraussetzungen für Ihren Anspruch auf die Behandlung
  • Zahlungsmodalitäten des Gesundheitsdienstleisters
  • Erstattungsmöglichkeiten
  • Eigenbeteiligungen und in einigen anderen Punkten.

Im ersten Fall, unter a), ergeben sich Ihre Ansprüche auf Behandlung unmittelbar aus den Europäischen Verordnungen zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (Verordnung (EG) 883/2004 und 987/2009). Im zweiten Fall, unter b), ergeben sie sich aus § 13 Absätze 4 - 6 fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V). Der deutsche Gesetzgeber hat hier also die Vorgaben der Europäischen Richtlinie zur Patientenmobilität, der Richtlinie 2011/24/EU, in nationales Recht umgesetzt.

Wir geben Ihnen für beide Wege einen Überblick und weisen auf die Unterschiede sowie Vor- und Nachteile hin. Vor einer Entscheidung für einen der beiden Wege sollten Sie sich dennoch immer persönlich von Ihrer Krankenkasse beraten lassen.

Dokumente und Links

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