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Nationale Kontaktstelle für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung

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Wer trägt die Kosten bei geplanten Behandlungen im EU-Ausland?

Wenn Sie in Deutschland krankenversichert sind haben Sie das Recht, sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in einem anderen Mitgliedstaat oder in der Schweiz sowie in den EWR-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen medizinisch behandeln zu lassen. Ob Ihre Krankenkasse die Kosten für eine Behandlung in einem der genannten Staaten übernimmt, hängt jedoch von bestimmten Voraussetzungen ab.

Wenn Sie nicht gesetzlich krankenversichert sind, ergeben sich Ihre Ansprüche aus Ihrem privaten Krankenversicherungsvertrag. Wenden Sie sich direkt an Ihren privaten Krankenversicherungsträger um zu klären, welcher Leistungsumfang bei einer Behandlung in einem anderen Mitgliedstaat oder einem der oben genannten Staaten von Ihrem Versicherungsvertrag abgedeckt ist.

Die folgenden Ausführungen befassen sich mit den Fällen, in denen Sie in Deutschland gesetzlich krankenversichert sind und planen, sich in einem Mitgliedstaat oder einem der oben genannten Staaten medizinisch behandeln zu lassen.

Zwei Wege zum Ziel

Planen Sie in einen der oben genannten Staaten zu reisen, um sich dort medizinisch behandeln zu lassen und sind Sie gesetzlich in Deutschland krankenversichert, stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • a) Sie lassen sich die Behandlung im Vorfeld von Ihrer Krankenkasse genehmigen. Die Krankenkasse stellt Ihnen dafür einen Vordruck E 112 oder S2 aus. Damit weisen Sie im Behandlungsstaat nach, dass Sie wie eine dort gesetzlich krankenversicherte Person behandelt werden wollen und dass Ihre Krankenkasse die Kosten übernimmt (Siehe Vor- und Nachteile in der untenstehenden Linkbox).
  • b) Sie wollen oder müssen eine Leistung, die Ihre Krankenkasse auch in Deutschland übernehmen würde, unter den gleichen Voraussetzungen in einem anderen Mitgliedstaat oder einem der oben genannten Staaten in Anspruch nehmen. Die anfallenden Kosten tragen Sie zunächst selbst und werden wie eine privat krankenversicherte Person behandelt. Im Nachhinein beantragen Sie eine Erstattung (Siehe Vor- und Nachteile in der untenstehenden Linkbox).

Beide Möglichkeiten unterscheiden sich in den

  • Rechtsgrundlagen
  • Voraussetzungen für Ihren Anspruch auf die Behandlung
  • Zahlungsmodalitäten des Gesundheitsdienstleisters
  • Erstattungsmöglichkeiten
  • Eigenbeteiligungen und in einigen anderen Punkten.

Im ersten Fall, unter a), ergeben sich Ihre Ansprüche auf Behandlung unmittelbar aus den Europäischen Verordnungen zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (Verordnung (EG) 883/2004 und 987/2009). Im zweiten Fall, unter b), ergeben sie sich aus § 13 Absätze 4 - 6 fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V). Der deutsche Gesetzgeber hat hier also die Vorgaben der Europäischen Richtlinie zur Patientenmobilität, der Richtlinie 2011/24/EU, in nationales Recht umgesetzt.

Wir geben Ihnen für beide Wege einen Überblick und weisen auf die Unterschiede sowie Vor- und Nachteile hin. Vor einer Entscheidung für einen der beiden Wege sollten Sie sich dennoch immer persönlich von Ihrer Krankenkasse beraten lassen.

Dokumente und Links

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